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Donnerstag, Juni 12, 2003


Action! Film Kino Kritik
Ab heute im Kino: Bruce Almighty - Aller guten Dinge sind drei?
Das ist die Frage bei der dritten Zusammenarbeit von Pointen-Dompteur Tom Shadyak und dem Mann mit dem Diplom im Grimassieren,
Jim Carrey. Nach Ace Ventura und Der Dummschwätzer ist heute der Zwergfellmassierer Bruce Almighty angelaufen.

Die Truman Show - Jim Carrey - Video, DVD, Buch online bestellen Carrey hibbelt zurück ins Komödienfach, wo er noch vor Achtungserfolgen wie der Truman Show und Der Mondmann triumphierte. Diesmal ist er in wahrhaft göttlicher Mission unterwegs. Denn Gott, Morgan Freeman, ist ziemlich genervt von den banalen Problemen des Pechvogels Bruce Nolan. Weder seine gemütliche Wohnung in Buffalo, noch seine intelligente und hübsche Freundin (die leider nur als Randfigur agierende Jennifer Aniston) können ihn glücklich machen. Für ihn zählt einzig der erhoffte Posten des neuen Nachrichtenmoderators. Als sein Rivale den Posten bekommt, rastet Bruce in einer Live-Schaltung aus. "Der Einzige, der seinen verdammten Job nicht macht, bist du!!!" brüllt er in den Äther und Gott seinerseits kann den nölenden Nolan nicht länger ertragen. Kurzerhand überträgt er ihm seine Macht und geht in Urlaub.

Die nächsten 90 Minuten ist Jim Carrey in seinem Element. Die stärksten Szenen von Bruce Almighty gehen immer mit der Ganzkörperakrobatik seines Protagonisten einher, der fröhlich durch die lose Rahmenhandlung hampelt. Zwar fehlt der Fäkalhumor, auch geflucht wird (natürlich) kaum. Aber wenn sich Bruce lässig an einem goldenen Kalb abstützt, ist das ein himmlischer Spaß. Filme mit Jim Carrey sind wie Monty Python Movies - lieben oder hassen, dazwischen existiert nichts. Humor kann man nicht erklären, er passiert einfach.

Der Mondmann - Jim Carrey - Video, DVD, Buch online bestellen Amerikanischen Traditionen folgend wird zum Ende alles gut, Moral-Molotowcocktails werden zuckersüss ins Publikum gepustet und Bruce lernt was für´s Leben. Aber da Almighty nie etwas anderes zu sein versucht, machen die aneinander gereihten epileptischen Anfälle Carreys dennoch Freude. Was wie so oft sauer aufstößt, ist der deutsche Titel "Bruce Allmächtig". Anglizismen hin, deutsche Sprache als hilfsbedürftiges Kulturgut her.

Carreys brilliante Körperbeherrschung (oder sollte man es den Verlust selbiger nennen?) und mimische Entgleisungen sind ein Genuss für seine Fans. Daß er mehr als der Zappelphillip sein kann, hat er bereits bewiesen. Aber solang ihm das soviel Spaß macht, besuchen wir gern ab und zu sein Kasperletheater.

Mittwoch, Juni 11, 2003



Montag, Juni 02, 2003


Action! Film Kino Kritik
Hoffentlich bald auf DVD: Confessions of a Dangerous Mind
Gedanken, die einem zu "Geständnisse..." in den Sinn kommen, müssen zwangsläufig so abstrakt und chaotisch werden, wie der Film selbt. Soll man sich nun auf Regiedebütant
Clooney konzentrieren, oder schüttet man lieber sämtliches Lob über das mimisch brilliante Haupt eines Sam Rockwell? Gratuliert man Soderbergh dafür, dass er seine Jünger derart inspiriert hat oder verneigt man sich vor Chuck Barris, weil er so ein sado-maso Leben durchgehalten, bzw. erfunden hat?
Verdient hätten es alle.

Chuck Barris (Rockwell), Gameshow-Erfinder und durchgeknallter Moderator ist ein Mann der Extreme - beruflich wie privat, emotional und in seinen Exzessen. Als Möchtegern-Frauenheld arbeitet er sich vom unbedeutenden Angestellten bei NBC zum meistgehassten TV-Star der 70er empor.

Geständnisse - Confessions of a Dangerous Mind - Video, DVD, Buch online bestellen Er ist eine fleischgewordene Ambivalenz. Sein Beruf, seine Freunde, seine Affären - alles ödet ihn eher früher als später an. Nichts verabscheut er mehr als Monotonie. Von treuem Publikum und Fans frenetisch gefeiert, erklären Kritiker die Kinder seiner Kreativität, geboren auf den puritanischen Bildschirmen Amerikas, zur bösen Brut, die den Untergang der westlichen Zivilisation heraufbeschwört haben. Und zerreißen das angeknackste Selbstvertrauen Barris in lustige bunte Schnippsel Konfetti. Eigentlich wollte er doch nur unterhalten und niemandem weh tun.

Doch was keiner ahnt: "Chucki" arbeitet als Mörderpuppe für die CIA. Absurderweise, weil er das Bedürfnis hat, etwas sinnvolles zu tun.

Being John Malkovich - Video, DVD, Buch online bestellen Charlie Kaufman adapierte die unglaubliche Biographie des echten Barris mit gewohnt schizophrenen Ansätzen, hält sich aber an den Roman, so dass sich Filmfreaks, die für Being John Malkovich und Adaptions nur ein müdes Schulterzucken übrig hatten, nicht abschrecken lassen sollten. George Clooney hingegen setzt alles um, was er beim Blick über Steven Soderberghs Schulter aufgeschnappt hat. Da mögen böse Zungen noch so oft behaupten, dass in Wirklichkeit Soderbergh hinter allem steckt oder Clooney dreist kopiert hat. Clooney schafft den Spagat eines Insekts - in sechs verschiedene Richtungen.

Confessions of a Dangerous Mind - Thriller, Komödie, Spionagefilm, Liebesgeschichte, Drama und Biographie in einem, ist erfreulich experimentell in seiner Bildsprache und aller Unkenrufe zum Trotz das fantasievollste und mutigste Regiedebüt seit langem. Von einem, der sehr wohl etwas zu verlieren hatte.

Zu guter Letzt wäre da noch ein bis dato eher unbekannter Mr. Rockwell. Der Szenenstehler aus 3 Engel für Charlie und The Green Mile. Bereitwillig nackt lässt er sich von Clooney durch zig Genrewechsel schubsen, ohne sich und seine Figur aus den Augen zu verlieren. Mühelos presst er den mordenden, schreienden und schließlich zerbrechenden Barris an sich und präsentiert ihn gefährlich sympathisch.

Sam Rockwell wünsche ich keine Rollen in prestigeträchtigeren Projekten, sondern dass er festes Element des Zirkels um Clooney & Soderbergh wird, wo derzeit eine Quelle an innovativen Ideen sprudelt.

Fest steht: Confessions of a Dangerous Mind ist ein Film der nachwirkt, mit exotischen, visuellen Kniffen und genialer Crew - neben Clooney himself und Rockwell agieren Drew Barrymore und Julia Roberts jeweils originell gegen den Strich besetzt.

Maxi Braun

 

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