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Dienstag, Juni 29, 2004


Action! Film Kino Kritik
Blueberry und der Fluch der Digitaleffekte

Blueberry - Film, DVD, Video, Kritik, Meinungen, Rezension Das Western-Genre erlebt derzeit ein Revival wie schon seit
Der mit dem Wolf tanzt nicht mehr. Costners Open Range wurde dabei fast von The Missing überholt und die Viggo Mortensen One Man-Show Hidalgo kann ebenso getrost als Neo-Western bezeichnet werden wie Once Upon a time in Mexico.
Mit Blueberry wagen sich nun ein Franzose und ein Holländer in den Westernsattel. Ob das gut gehen kann?

Diese Frage stellt sich besonders angesichts der ersten Kollaboration des Duos Vincent Cassel / Jan Kounen. Dobermann war hart, laut und blutig.

Blueberry, der nicht mehr viel mit den Moebius-Comics gemein hat, auf denen er basiert, ist jedoch bis auf ein schwaches Ende eine schön bebilderte, rockige Pferdeoper geworden.

Blueberry - Vincent Cassel - Film, DVD, Video, Kritik, Meinungen, Rezension Diesmal hat Jan Kounen erneut seinen Dobermann-Buddie Vincent Cassel in den Sattel gehieft und einen psychedelischen Ausritt inszeniert, der harte Männer und weise Shamanen zu vereinen weiß.

Mike Blueberry (Cassel) erlebt als junger Mann, wie ein Gangster (herrlich verpeilt: Michael Madsen) seine erste Liebe erschießt. Er selbst kann schwerverletzt fliehen und wird von einem Indianerstamm aufgesammelt. Dort physisch aufgepäppelt, verdrängt er die grausige Vergangenheit.

Blueberry - Michael Madsen - Film, DVD, Video, Kritik, Meinungen, Rezension Doch wenn er Jahre später in die Zivilisation zurückkehrt, um als Sherrif in einem kleinen Kaff mit dem Colt herum zu wedeln, wird sie ihn einholen. Blueberry ist kein Held, sondern ein Wrack, das an nichts mehr glaubt, nur noch funktioniert und seine Erinnerung erfolgreich mit Whiskey verwässert, bis Wallace Sebastian Blount (Michael Madsen) in die Stadt kommt.
"Animals are beasts, but men are monsters" ist dessen Maxime. Und wenn er schon ein Mensch ist, kann er auch das größte Monster von allen sein.

Blueberry hat in Wirklichkeit eigentlich nur zwei Stars: Vincent Cassel und die atemberaubende Landschaft Mexikos, in der neben Spanien und Frankreich hauptsächlich gedreht wurde. Cassel ist wie geboren für den Part des einsamen Wolfes. Als hätte er als kleiner Junge schon davon geträumt, stellt er stolz seinen Drei-Monats-Bart zur Schau und schiebt mehr als einmal seinen Stetson aus der sonnengegerbten Stirn, als hätte er nie etwas anderes getan - Yehaaa!

Blueberry - Film, DVD, Video, Kritik, Meinungen, Rezension Um ihn herum drapiert Kameramann Tetsuo Nagata Mexiko als eine Art zweiten Protagonisten, überfliegt endlose Steppen und üppige Bergwälder in wechselnder Geschwindigkeit. Er führt uns in die heiligen Indianerhöhlen und an den Rand steiler Abgründe, beobachtet symbolträchtig am Himmel kreisende Adler, bis uns fast schwindelig wird.

Erst im letzten Drittel kippt die sorgsam aufgebaute Stimmung und wir erleben nur noch Fear and Loathing in Mexiko: Blueberry geht mittels Indianischer Zaubertränke auf Seelenwanderung und lässt uns in Gesellschaft endloser, digitaler Tausendfüßler verloren und seekrank zurück.

Das mag der Realität entsprechen, hat Jan Kounen doch echte Schamanen als Berater gewinnen können.

Dennoch löst das Ende des filmischen Drogen-Strips nur Schulterzucken aus und was bleibt, ist ein unbeteiligtes "Muss man wohl dabei gewesen sein", da alles ein wenig zu spirituell daher kommt.
Und immer wieder drängt sich das Bild auf, wie Cassel und Kounen gemeinsam in Birkenstocksandalen und Wollpullovern wie die Easy Rider auf ihren Tretrollern in den Sonnenuntergang tuckern.

Maxi Braun

Blueberry und der Fluch der Dämonen
Frankreich 2004, 124 Minuten
Regie: Jan Kounen
Darsteller: Vincent Cassel, Juliette Lewis, Michael Madsen, Ernest Borgnine u.a.
Kinostart: 1.Juli 2004

· Offizielle Seite in Französischer und Englischer Sprache
· Englische Seite zu dem Künstler Moebius alias Jean Gireaud

Donnerstag, Juni 24, 2004


Action! Film Kino Kritik
Ab heute im Kino
Mindhunters - Da waren's nur noch sechs...


Mindhunters - Die Profiler Sieben angehende Profiler werden zur Abschlussprüfung auf eine Insel geflogen, auf der sonst in Stadtattrappen Kriegsstrategien trainiert werden. Dort sollen sie isoliert vom Rest der Welt ein von ihrem Prüfer inszeniertes Verbrechen aufklären und sich ihre Meriten für den Ernstfall verdienen. Als plötzlich der Erste von ihnen ermordet wird.

Mindhunters - Val Kilmer, LL Cool J aka James Todd Smith Wer ist der perfide Killer, der Uhren am Tatort zurücklässt, um die Zeit anzugeben, zu der seine nächste Falle zuschnappen wird? Ist es Jake (
Val Kilmer), der aus mysteriösen Gründen seinen Außendienst beim FBI quittieren musste? Oder der externe Überwacher Gabe Jensen (LL Cool J, der überhaupt keinen Grund hat, dort zu sein außer vielleicht, dass er ab jetzt James Todd Smith genannt werden möchte).

Oder ist es Sara, die heimlich in Lucas (hurra, Trainspotting-"Sickboy" Jonny Lee Miller ist wieder da!) verliebt ist und damals miterleben musste, wie ihre Schwester brutal vergewaltigt und dann ertränkt wurde?

Mindhunters - Regisseur Renny Harlin An Leichen im Keller mangelt es der illustren Runde wahrlich nicht. Das Ensemble, welches Renny Harlin zusammengetrommelt hat, wartet mit allerlei komischen Typen auf. Der Anführer, die Schlampe, der körperlich Behinderte, Renny Harlin lässt kein Klischee aus.

Erwartet man nun wirklich einen Thriller "wie die Welt ihn noch nicht gesehen hat" und wie der gebürtige Finne Harlin (Regisseur von Stirb langsam 2, Cliffhanger, Deep Blue Sea) beteuert, könnte man enttäuscht werden.

Mindhunters - Plakat Harlins Cutthroat Island hat den säbelrasselnden Piratenfilm auch nicht neu definiert und Mindhunters ist ebensowenig eine filmische Offenbarung. Spannend ist die Killerjagd dennoch. Gleich zum Anfang erwischt es einen der Stars des Films und man ist, hoppla!, erst einmal wach.

Der Killer hat neben raffinierten Fallen, die zu so bizarren Todesarten wie der Zerstückelung durch eiskalten Stickstoff führen, nicht nur das Überraschungsmoment auf seiner Seite. Allein gelassen entwickelt sich eine Paranoia innerhalb der Gruppe der Eleven, auch als "Der Einzige, von dessen Unschuld ich überzeugt bin, bin ich selbst"-Schema bekannt, und ein zusätzlicher Inselkoller treibt dem diabolisch manipulierenden Mörder seine Beute direkt in die flinken Finger.

Das ist nicht neu, aber hätte sich dieses Katz- und Maus-Spiel in der Vergangenheit nicht bewährt, würden wir die Bezeichnung "Thriller" mit all seinen Manierismen heute nicht kennen.

Mindhunters - Kathryn Morris, Christian Slater Die Auflösung sehen wir allerdings nur deshalb nicht kommen, weil die Handlung in der letzten Viertelstunde Haken schlägt wie ein vollgekokstes Karnickel auf der Flucht. Als hätten die Herren Autoren anlässlich des finalen Showdowns jegliche Logik in ein Bötchen gesetzt und eilig von der Insel geschafft.

Wer den logischen Sachverstand baumeln lassen kann und zudem Freude daran hat, die unreflektierten, eigenen Verdachtsmomente zuckend zu genießen, erlebt mit Mindhunters einen von sympathischen Darstellern getragenen Thriller, der das Genre nicht revolutioniert, aber trickreich für die eigenen Zwecke nutzt.

Maxi Braun

Mindhunters
USA 2004, 100 Minuten
Regie: Renny Harlin
Darsteller: Val Kilmer, LL Cool J, Christian Slater, Kathryn Morris u.a.
Kinostart: 24.Juni 2004

· offizielle deutsche Mindhunters-Website mit Making-Of, Trailer

Freitag, Juni 18, 2004


Action! Film Kino Kritik
Laurel Canyon - Flucht nach vorn

Laurel Canyon, das ist der Name eines malerischen Bergdörfchens, unweit der heiligen Hügel Hollywoods. Wo die Häuser noch hip und die Pools wohl temperiert sind. Ein paradiesischer Ort, wo Alex und Sam, ein adrettes Ärztepaar, auf Sams lebensfrohe Mutter Jane trifft und zwei Welten aufeinander prallen.

Die eine Welt ist die des verlorenen Sohnes, der wie so häufig versucht, bloß nicht wie seine promiskuitive Mutter zu werden. Eine geregelte Welt, ohne Überraschungen und körperlich wie mental sicher.

Laurel Canyon von Lisa Cholodenko u.a. mit Frances McDormand, Christian Bale - Film, DVD, Video - online bestellen Die wunderbare Frances McDormand ist als Jane das Zentrum, um die ein anderes Universum zu rotieren scheint. Im hauseigenen Studio der Musikproduzentin werden Platten berühmter Stars und heißer Newcomer aufgenommen, da wird Pott gequalmt und der charismatische Leadsänger vernascht. Was passiert, wenn sich zwei so unterschiedliche Lebensmodelle kreuzen, davon erzählt Laurel Canyon.

Sam (Christian Bale ist nicht länger der Axt schwingende American Psycho) flüchtet sich in die Arbeit und die Arme der Israelischen Assistenzärztin Sara (Natascha McElhone, gewohnt elegisch mit unnahbarer Aura), während Alex, wie ein scheues Rehkitz von der fragilen Kate Beckinsale verkörpert, die Pforte in Janes wundersames Leben findet wie einst Alice auf der Suche nach dem weißen Kaninchen. Ihre Dissertation über das merkwürdige Verhalten geschlechtreifer Fruchtfliegen zur Paarungszeit ist schnell vergessen.

Viel interessanter ist es, von den verbotenen Früchten zu kosten, die so süß schmecken, aber äußerst giftig sein können.

Regisseurin Lisa Cholodenko, selbst in L.A. aufgewachsen, skizziert das Leben der Reichen und Schönen im Dunstkreis Hollywoods endlich einmal ohne die gängigen Promi/Yuppie-Klischees. Vielmehr konzentriert sie sich auf eine ausführliche Figurenzeichnung.

Laurel Canyon Soundtrack - online bestellen Sams Mutter ist mehr als eine Frau in den Vierzigern, die noch immer jedes Jahr nach Woodstock pilgert und sich verzweifelt fragt, wo bloß alle hin sind. Sie hat sich nicht für ein bestimmtes, sondern für das Leben an sich entschieden.
Als Sam und Alex bei ihr auftauchen, ist sie frisch verliebt in einen jungen Musiker - ein Besetzungscoup, musikalisch wie schauspielerisch, ist hier Alessandro Nivola als Ian.

Nivola, einst Nicolas Cages kleiner, fieser Bruder Pollux Troy in Face/Off, liefert mehr als das Abziehbild eines Rockstars. Er ist verführerisch, ohne wahllos zu sein, rebellisch, aber mit Verantwortungsbewusstsein. Die schönsten Momente in Laurel Canyon sind so auch solche zwischen Ian und Jane. Wenn er ihr auf seiner Gitarre ein Liebeslied vorspielt, Situation und Altersunterschied nicht mehr zählen und sich die ganze Welt mit ihnen in einem winzigen Raum zu befinden scheint.

Fargo u.a. mit Frances McDormand - Film, DVD, Video - online bestellen Auch Alex bleibt diese Anziehungskraft nicht verborgen. Schleichend und wie von einer magischen Kraft angelockt wird sie in Janes Leben gesogen, eine Menage à trois nimmt ihren Lauf und wieder ist es Frances McDormand (Fargo), die mit kleinen Blicken und kaum merklichen Nuancen die Ängste und Gewissensbisse einer Mutter offenbart, die endlich an ihre moralischen Grenzen stößt.

So archetypisch die Personen auf den ersten Blick scheinen, so lebendig werden sie durch die ausnahmslos fantastischen Leistungen ihrer Darsteller. In jeder anderen Geschichte wäre Jane die bindungsscheue Nymphomanin, während sie dem Zuschauer hier eine weit plausiblere Botschaft bietet:
Liebe kann plötzlich aus dem Nichts entstehen und zerbricht meistens. Aber in der Zwischenzeit, liebe! und fürchte dich nicht davor, dich im anderen zu verlieren.

Wenn sich die Hasch-Schwaden schließlich verzogen haben, hat sich, wie im wirklichen Leben üblich, keiner der Protagonisten merklich verändert. Alex erkennt ihr Interesse an Ian als Neugierde am Unbekannten, die nichts mit ihrer Beziehung zu Sam zu tun hat. Jane erlebt die Art von Erleichterung, die man spürt, wenn selbstgesetzte Grenzen einen halten und nicht einfach überschritten werden können.

Und Sam?
Cholodenko, die neben dem Original-Script zu Laurel Canyon schon eine Episode für die makabere Serie Six Feet Under inszenierte, ist es zu verdanken, dass jeder für sich selbst entscheiden muss, welchen Weg Sam in Zukunft gehen wird.

Ein kleiner Filme über die großen Fragen.
Ein Plädoyer für das Leben und den Mut, die gleichen Fehler mehrmals zu begehen, anstatt vor lauter Angst den Kopf gar nicht mehr aus dem Sand zu ziehen.


Maxi Braun

· Offizielle, leider relativ magere US-Website mit Interviews, Soundtrack-Listing und Trailern.
· amazon.de: Laurel Canyon DVD - Laurel Canyon Soundtrack

Freitag, Juni 04, 2004


Action! Film Kino Kritik
Rosencrantz and Guildenstern are dead - Shakespeare-Slapstick

Zunächst: Ich bin kein Shakespeare-Fan.
Auch auf die Gefahr hin, in der Hölle der Banausen zu landen, kann ich mich nicht für die 400 Jahre alten Stoffe und ihre zwar lyrische, doch für zeitgenössische Lauscher unbequeme Sprache begeistern.

Für
Tom Stoppards (Verfasste z.Bsp. das Script zu Shakespeare in Love und war Co-Autor bei Brazil) filmische Umsetzung seines eigenen Stücks Rosencrantz and Guildenstern are dead ist dies ohnehin nicht von Belang.
Weder wird viel in Versform rezitiert, noch die Handlung allzu ernst genommen.
Alles, was man über Hamlet wissen muss, gilt für die meisten Dramen Shakespeares: Am Ende sind alle tot.

Etwas ist faul im Staate Dänemark und Rosencrantz und Guildenstern sind an den Hof zitiert worden, um herauszufinden, wo genau der Hase begraben liegt.
Rosencrantz und Guildenstern are dead - Film, DVD, Video - online bestellen Tom Stoppard schickt Gary Oldman als naiv-vertrottelten Rosencrantz und Tim Roth als den nur minder clevereren Guildenstern auf eine Tour de Force durch den Hamlet.

Die eigentliche Geschichte um Mord und Intrigen läuft am Rande ab oder besser gesagt: an Rosencrantz und Guildenstern vorbei. Im wahrsten Sinne des Wortes. Immer wieder werden sie von dem Hofstaat überrannt, der unbeeindruckt und in Originalversen die Handlung vorantreibt.
Das Chaos wird perfekt durch eine im Königreich umher tingelnde Schauspielgruppe, die an den Hof gekommen ist um Hamlet aufzuheitern und mit ihren willkürlich stattfindenen Vorstellung der Wirklichkeit immer einen Schritt voraus ist.

So zeigt Stoppards Film eigentlich ein Stück im Stück im Stück. Die traditionelle Form behandelt er jedoch zweitrangig und die Gauklertruppe, angeführt von einem spielwütigen Richard Dreyfuss, eröffnet uns dagegen einige erfrischende Einblicke in Hamlet.

Nahezu wortlos, fast phantomimisch und herrlich simplifiziert handelt Dreyfuss als Intendant seines obskuren Haufens die wichtigsten Passagen ab. Wer fein aufpasst, wird den Schädel Yorick ebensowenig wie Ophelias vorerst letzten Schwimmausflug vermissen, solange man nicht im falschen Moment zu blinzeln wagt.

Denn die Helden sind eindeutig Rosencrantz und Guildenstern, die von alldem nichts, aber auch gar nicht verstehen.

In ruhigen Momenten vertreiben sie sich die Zeit mit "Question & Answer", ihren wirren Rhetorikduellen, die wie ein verbales Tennismatch funktionieren und noch viel weniger Sinn ergeben als ihre Anwesenheit insgesamt.
Türen führen in den selben Raum, aus dem sie einen eigentlich hätten bringen sollen, Hamlet gackert wie ein Huhn und ihre Nachforschungen führen sie im Kreis herum wie einen Hund, der seinen eigenen Schwanz zu fangen versucht.

Selbst die Omen für den eigenen Tod kommentiert das Duo naiv:
"Meinst du, das hat was mit uns zu tun?"
"Ich glaube nicht."

Tim Roth und Gary Oldman, die ihre Karriere beide auf den Theaterbrettern Englands begannen, konkurrieren dabei um die Gunst der Zuschauer.

Léon Director´s Cut - Film, DVD, Video - online bestellen Tim Roths Guildenstern mag der Dominantere sein, der angesichts seines besten Kumpels viel Geduld haben muss und meistens nur genervt den Kopf schütteln kann, bevor er ihn zum Schweigen bringt. Gary Oldman aber entfaltet in der Haut des Rosencrantz einen liebenswerten Trottel, hinter dessen freundlichen Blicken nicht ein einziges Mal der irre Bulle Norman Stansfield aus Léon oder Hash-Papi Sid Vicious aufblitzt. Der Mann könnte alles spielen, würde man ihn nur lassen.

Was in Worten wie eine billige Slapstick-Variante anmutet, ist eine herrlich verrückte Komödie geworden. Wenn endlich alle gemeuchelt sind und auch Rosencrantz und Guildenstern ratlos am Galgen baumeln und sich fragen, wie es um alles in der Welt so kommen konnte, sind manch elementare Fragen des Hamlet vielleicht gestreift, jedoch nicht beantwortet worden.

Die Rätsel um ein Leben nach dem Tod, um Schicksal und Sein oder Nichtsein sind nach knapp zwei Stunden nicht gelöst. Doch der subtile Witz und die absurden Details, die man erst nach mehrmaligem Sehen entdecken wird, sind ein grandioser Ersatz.
Nie war Shakespeare verständlicher, nie amüsanter. Und wenn man genau darüber nachdenkt, ist dies vielleicht die geschickteste Form, den Dichter in unsere Zeit zu transportieren.

Denn wen lockte der alte Will mit seinen Stücken in sein Elisabethanisches Theater? Das gemeine Volk.
Und das hätte an Rosencrantz and Guildenstern are dead damals genausoviel Spaß gehabt wie wir heute.

Maxi Braun

· Gute Seite mit Infos, News und Bildern rund um Gary Oldman in Englisch und Französich
· The Dark Site of Gary Oldman bietet ebenfalls viel Material über den Britischen Mimen
· Und weil wir Tim Roth auch schätzen, findet ihr auf der Officially Unofficial Web Page mehr über ihn heraus.

 

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