Deutschland-Export Franka Potente ist selbstverständlich eine Augenweide für das männliche Publikum und schlägt sich wacker, doch Matt Damon ist m.E. fehlbesetzt. Den erfahrenen Profi-Killer kann man ihm - IMO schon aufgrund des Alters - nur schwer abnehmen. Das war bei dem "Agent ohne Namen" Chamberlain durchaus der Fall.
Noch erwähnenswert ist höchstens die Führungsposition der Gegenseite, gespielt von Chris Cooper, der hier jedoch bei weitem nicht die Qualität seiner Darstellung des latent schwulen Colonel Fitts in American Beauty erreicht. Allein die fiese "Fresse" erzielt im ersten Drittel von Bourne Identity Wirkung, nutzt sich jedoch im weiteren Verlauf schnell ab. Den hetzenden, über Leichen gehenden Geheimdienstchef hat man so schon zu oft gesehen.
Fazit: kann man sich anschauen, aber es nicht unbedingt notwendig. :O) Ein typisches Hollywood-Remake ohne Saft und Kraft.
Wer wirklich Spaß haben will, leiht oder kauft sich den Erstling oder die vor ein paar Jahren gedrehte Variante dieses Agenten-Thrillers. The Long Kiss Goodnight (Tödliche Weihnachten) wurde von Action-Spezialist Renny Harlin (Die Hard 2, Deep blue Sea) in Szene gesetzt. Die Story ist etwas modifiziert, denn der von Amnesie geplagte Agent ist dieses Mal weiblich. Geena Davis, Ehefrau von Harlin IRL, spielt das ganz grandios und auch Samuel L. Jackson macht wie nahezu immer einen soliden Job. Ein Top-Film, der seltsamerweise relativ unbekannt und auch nur unter Schwierigkeiten (Verfügbarkeit/Lieferzeit) käuflich zu erwerben ist.