Suck - Vampirismus von und mit Rob Stefaniuk

Suck - Rob Stefaniuk - Under low pressure Suck - der Titel ist Programm. Es kann sich nur um einen Porno oder Vampirfilm handeln. Letzteres ist der Fall, aber dennoch ein sehr gewagter Minimalismus, denn "Suck" steht im umgangssprachlichen Englisch für Murks. Dass Suck aber nicht "sucks", sondern in diesem nur sehr viel gesaugt wird, soll im Folgenden erläutert werden.

"The Winners" sind weiter vom Gewinn entfernt, als der Name verspricht. Die vierköpfige kanadisch-amerikanische Rockband inklusive Roadie und einem schmierigen Manager, tingelt mehr schlecht als recht durch die Lande. Der "Suckcess" kommt erst, als die Bassistin Jennifer (Jessica Paré) vom mysteriösen Queeny (Dimitri Coats, Frontmann der amerikanischen Band Burning Brides) in einen Vampir verwandelt wird.

Burning Brides Album online bestellen Mit ihrer nokturnen Präsenz sorgt sie für das bissige Charisma, um mediale Aufmerksamkeit zu erlangen. Doch Ruhm ist eine zweischneidige Angelegenheit. Während der Drummer (Mike Lobel) und Gitarrist (Paul Anthony) hellauf begeistert sind von den sich auftuenden Möglichkeiten, ist der Kopf der Band (Regisseur und Autor von Suck Rob Stefaniuk) von der Metamorphose seiner Freundin gar nicht angetan. Und der von Natur aus zum Masochismus neigende Roadie Hugo (Chris Ratz) gibt sich seiner neuen Rolle als ghulischer Handlanger lakonisch hin. Ein neues Erfolgskonzept muss her, also macht sich die Bande zähneknirschend von Toronto nach New York auf, zum Gig ihres (Un-)Lebens.

Suck - Rob Stefaniuk - Film, DVD, Video - online bestellen Ein wichtiges Kennzeichen dafür, ob man etwas wertschätzt, ist die Liebe zum Detail. Suck quillt geradezu über vor kleinen Gimmicks und kulturellen Präferenzen. Ob die Band anscheinend "zufällig" einige der bekanntesten Cover der Musikgeschichte nachstellt, oder die niedlich animierten Zwischensequenzen aus Pappmaschee und einem Matchbox-Auto, die verdächtig ähnlich der harkerschen Karagöz-Sequenz aus Bram Stokers Dracula sind. Der Film sprudelt vor solchen liebevollen Details.

The Winners - live in concert Suck bleibt seinem Titel treu, ob nun der opportune Angestellte, der voller Vorfreude ein "Saugen" als Gegenleistung von der schönen Jennifer erwartet, aber selbst mit einem Strohhalm penetriert wird, oder der konsequente Umgang mit "suckenden" Kritikern: Der Film strotzt vor Unterdruck.

Richtig authentisch wird die Angelegenheit aber erst durch den Auftritt echter Rocker. Angeführt von Alice Cooper als Engel der Dunkelheit (was sonst), werden noch Iggy Pop und Henry Rollins serviert. Herausragend ist die Rolle von Moby, in der Realität überzeugter Veganer, der hier als chauvinistischer Rocker mit Fleischfetisch sein Stelldichein gibt.

Abgerundet wird das Ganze durch den Renfield-Roadie, denn selbst vampirische Frischlinge wissen, dass Stil klassischerweise mit Status korreliert. Abschließend bleibt zu sagen, dass Stefaniuk das Genre nicht neu erfunden hat, seine nächtliche Rock-Operette aufgrund oben genannter Goodies aber sehr zu empfehlen ist.

Angelos Botsaris
07.09.2010

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imdb-Info: Suck

Offizielle Homepage: http://www.suckthemovie.com/

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