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AntaresWir alle regen uns gerne und ausschweifend über die Beschneidung und somit geistige Bevormundung durch die FSK auf. Im Fall von Antares wären wir froh, wenn man uns nicht die ganze nackte Wahrheit präsentiert hätte. Weniger wäre hier mehr gewesen.Drei Paare nimmt der östrerreichische Regisseur Götz Spielmann als Ausgangspunkt, sämtliche Klischees menschlicher Beziehungskisten aus allen nur erdenklichen Winkeln zu beleuchten. Von der Ehefrau, die aus dem ehelichen Gefängnis der Langeweile ausbricht, über das gar nicht so naive Mädchen, das ihren Freund mit einer vorgetäuschten Schwangerschaft und echten Eifersuchtsanfällen an sich bindet, bis hin zum erfolglosen Immobilienhai, der einfach nicht versteht, warum eine Prostituierte nicht kostenlos mit ihm schlafen will, obwohl er ihr jeden Abend mit dem Cabrio seine Aufwartung macht.
Es entsteht ein beeindruckendes Konstrukt, eine Enzyklopädie von Nähe und Distanz, Verlangen und Abscheu, Liebe und Hass, die von einer ausgezeichneten Darstellerriege (u.a. Petra Morze, Andreas Patton, Martina Zinner) getragen wird, die sich in intimsten Momenten bis zur Wagemutigkeit dem Voyeurismus Spielmanns hingibt.
Aber am Ende bleibt die Frage, wozu das Ganze überhaupt gut gewesen sein soll.
Und bei aller europäischen sexuellen Freizügigkeit fragt man sich doch, ob man fremde Menschen wirklich aus derartigen Perspektiven hätte sehen wollen. Provozierend in den Fokus gerückte Vaginas und erigierte Glieder treiben uns nicht die Schamesröte ins Gesicht, aber um uns tiefer zu berühren, anstatt uns einfach nur penetrieren zu lassen, braucht es etwas mehr.
Antares (2004)
Maxi Braun
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