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Splendid Float - Yen-Guan Si-She Ge-Wu-Twan - Tunten und TaoNein, für den deutschen Untertitel zu diesem Taiwanesischen Rührstück bin ich nicht verantwortlich. Ich gebe zu, dem asiatischen Kinogut nichts abgewinnen zu können (bei Plastic Tree, Gewinner des Publikumspreises in Mannheim 2003, konnte nicht mal ein abgeschnittener Frauenkopf Mitleid wecken). Tunten und Tao hat meine Meinung nicht geändert.Das Roy ein Doppelleben führt, bedeutet nicht zwangsläufig, dass er Geheimagent ist. Vielmehr ist er tagsüber ein taoistischer Priester und verwandelt sich nachts, allen Traditionen und Moralvorstellungen zum Trotz, in das Revuegirl Rose. Auf einer seiner Showtouren verliebt er sich in den jungen Fischer Sunny und man versteht schon, warum dieser die Liebe zu Rose erwiedert - denn als Frau zurechtgemacht sieht Roy wirklich wunderschön aus.
Immer wieder erscheint dem trauernden Roy der Verstorbene und er ergeht sich in sinnsuchenden Monologen mit dem Geist, in denen er zu begreifen versucht, was nicht zu begreifen ist. Je öfter er in tranceähnlichen Sequenzen Abschied nimmt, desto mehr verlieren wir Interesse und Mitgefühl für seine Figur. Zero Chou wollte vermutlich eine tiefgründige, metaphysische Abhandlung über Leben und Tod, Liebe und die Schwierigkeit des Loslassens zeichnen - stattdessen erbringt sie den Beweis, dass das Medium Film durchaus philosophische Fragen behandeln kann, in seiner Kürze jedoch keine wirklichen philosophischen Zusammenhänge befriedigend zu visualisieren vermag.
So ist Tunten und Tao neben dem selten dämlichen deutschen Titel zu Beginn eine ungewöhnliche Romanze, die trotz aller Melancholie und Schwere zur grellbunten Travestieshow verkommt und mit all den süßlichen Tanz- und Gesangseinlagen wirkt wie ein verhindertes Musical.
Splendid Float - Tunten und Tao (2004)
Maxi Braun
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