Blut und Sperma - die elementaren Grundkomponenten biologischer Existenz, sind trotz ihrer pragmatisch nüchternen Funktionalität immer wieder faszinierende Topoi. Gerade, da sie immer wieder für Aufsehen und Erregung sorgen, positiver wie negativer Natur. Michael Winterbottoms neuester Film sorgte auf dem Sundance Festival für Aufruhr und Entrüstung. Ob diese gerechtfertigt war, konnten in deutschen Gefilden nicht nur Besucher der Berlinale, sondern auch die des Fantasy Filmfest erfahren.
Drama
The Killer Inside Me - Affleck, Alba, Winterbottom
Verfasst von Angelos Botsaris am Di, 09/07/2010 - 22:52The Wild Hunt - Alexandre Franchi
Verfasst von Maxi Braun am Do, 09/02/2010 - 21:30
Was passiert, wenn ein LARP (also ein "Life Action Role Play", d.h. ein meist mit mittelalterlichen Motiven aber auch fantastischen Elementen versehenes Rollenspiel) eskaliert, zeigt The Wild Hunt.
Wer wie ich am Vorabend auf der Rückfahrt vom FFF Köln im Zug einen Life-Rollenspieler in voller Montur samt Zauberstab bei dem Versuch beobachtet hat, ...
Wall Street Memorabilia - Gordon Gekko / Gecko - Michael Douglas
Candy mit Heath Ledger/Abbie Cornish - "Himmel, Erde, Hölle"
Verfasst von admin am Sa, 03/27/2010 - 01:00
Trotz mächtigem Filmkonsums ist mir die enorme schauspielerische Stärke von Heath Ledger erst in Brokeback Mountain (2005) bewusst geworden, obwohl frühere Werke seiner leider nicht langen Filmografie bekannt waren. Beispielsweise Der Patriot (2000), Ritter aus Leidenschaft (2001), Monster's Ball (2001).
Ich denke, daß sich Ledger spätestens mit Brokeback Mountain bei jedem, der sich nicht sofort aufgrund des homosexuellen Themas abschrecken ließ, in einen ernstzunehmenden Charakterdarsteller wandelte, den es zu verfolgen lohnt.
Kloß und Spinne - Volker Strübing
Verfasst von admin am Do, 01/21/2010 - 01:00Mehr von Kloß und Spinne: youtube.com/user/VolkerStruebing
Gran Torino - Clint Eastwood
Verfasst von admin am Fr, 03/27/2009 - 01:00Die Preise und Auszeichnungen aufzuführen, die Clint Eastwood in seiner mittlerweile mehr als 50 Jahre andauernden Karriere erhalten hat, könnten einen eigenen Artikel füllen. Sowohl als Schaupieler, Regisseur (u.a. Million Dollar Baby, Flags of our Fathers / Letters from Iwo Jima) und immer wieder auch als Komponist hat sich der Inbegriff des wortkargen Cowboys der 60er und 70er Jahre über den harten Antihelden der 80er zu einem der verlässlichsten und reflektiertesten Filmschaffenden der letzten Dekade entwickelt.
Seit Sergio Leone Clint Eastwood attestierte, exakt über zwei Gesichtsausdrücke zu verfügen - einen mit Hut und einen ohne - hat sich also viel getan. Inzwischen geht der Schauspieler und Regisseur, Jahrgang 1930, auf die 80 Jahre zu und der Trailer zu seinem neuen Film Gran Torino lässt die bange Frage aufkommen, ob Clint in diesem biblischen Alter nicht besser daran täte, zumindest die Leinwandpräsenz endgültig an den Nagel zu hängen.
In knapp zweieinhalb Minuten präsentiert sich Clint im Trailer als fast lächerlich-mürrisch wirkender Greis, der in wohlbekanntem Timbre Ausländer, Priester und die eigene Familie beleidigt, nur um die Probleme im Suburb schließlich im Alleingang und Selbstjustiz ein für alle Mal zu lösen. Doch würde man diese Vermutung auf den gesamten Film übertragen, würde man Eastwood genauso schmählich unterschätzen wie seine verwöhnte Verwandtschaft im Film.
The Darjeeling Limited - Wes Anderson
Verfasst von admin am Di, 01/27/2009 - 01:00Selbstfindung - eines dieser Worte, die oberflächlich betrachtet etwas Erstrebenswertes verheißen. Doch was bleibt, subtrahiert man all die stereotypen Assoziationen wie die von Räucherstäbchen geschwängerter Stickigkeit, in der sich an den Händen haltende Sitzkreishocker selig Mantren summen? Allenfalls ein Euphemismus, wenn nicht bloß eine leere Phrase.
No Country for Old Men
Verfasst von admin am Do, 05/08/2008 - 00:00Hetzjagd im Zeitlupentempo
Kopf oder Zahl? Zufall oder Schicksal? Gut oder Böse? Antworten auf diese elementaren Fragen finden sich bestenfalls auf einer philosophischen Ebene, die abstrakt und theoretisch in einer anderen Galaxie beheimatet scheint als der Planet der Gebrüder Coen. Mit No Country for old Men gelingt es dem Regieduo nach diversen Flops wieder, das rohe, grausame und unberechenbare Leben jenseits von Moral und Ethik für knappe zwei Stunden einzufangen und an alte Erfolge anzuknüpfen.
Die Romanvorlage des Pulitzer-Preis dekorierten Autors Cormac McCarthy, auf der der Film basiert, wird nicht grundlos zur Gattung des natürlichen Verismus gezählt, denn die Geschichte erinnert an den simplen Aufbau eines Naturfilms: Llewelyn Moss (Josh Brolin) erbeutet einen vermeintlich herrenlosen Koffer voller Geld in der Wüste und versucht, sich mit satten zwei Millionen Dollar abzusetzen. Der Killer mit dem ungewöhnlichen Namen Chigurh nimmt sofort und unbarmherzig die Verfolgung auf.
Doch im Gegensatz zu kniffeligen Genreverwandten, in denen Bauernschläue, Dreistigkeit und jede Menge Glück den zuvor braven Bürger aus der Bredouille retten und natürliche, ausgleichende Gerechtigkeit vortäuschen, sind die Coens nicht unbedingt für Gnade mit ihren Protagonisten bekannt.
Wer ist aber in dieser wortkargen Hetzjagd im Zeitlupentempo eigentlich der Protagonist? Denn wie in jedem hochwertigen Tierfilm scheinen die Coens das Geschehen ohne erkennbare Sympathie nüchtern festzuhalten.
Die Schwester der Königin (The Other Boleyn Girl)
Verfasst von admin am Fr, 03/21/2008 - 01:00"Divorced, Beheaded, Died, Divorced, Beheaded, Survived" - mit diesem Abzählreim merkt man sich in England die Abfolge der Ehefrauen Heinrich VIII. Dieser pflegte einen recht hohen Verschleiß an selbigen, nachdem er sich von der katholisch-moralischen Ägide des Papstes befreit hatte. Ursprung seiner Heirats-, Scheidungs- und Enthauptungsexzesse bildete wohl seine Liaison mit Anne Boleyn, für die er seine in Sukzessionsfragen unerfreuliche Ehe mit Katherina von Aragon beendete. Dem daraus resultierenden Schisma mit Rom folgte die Gründung der anglikanischen Kirche.
My Blueberry Nights - Über die Tugend der Geduld
Verfasst von admin am So, 03/02/2008 - 01:00
"Come away with me" - so lautete einer der ersten Hits der hinreißenden Jazz schmachtenden Norah Jones. Ihrem Ruf scheint auch der chinesische Regisseur Wong Kar Wai gefolgt zu sein, der seinen ersten filmischen Exkurs in die USA auch prompt mit der grazilen Musikerin besetzte. Jones, in Texas aufgewachsene Tochter des indischen Musikers Ravi Shankar, lässt Wong Kar Wai in My Blueberry Nights ihre eigene Heimat neu entdecken. Diese präsentiert sich ihr so weit, unergründlich und seltsam, wie sie sonst nur Fremden erscheinen mag.
Motor und Beginn ihrer Reise ist wie so oft das Ende einer Liebesbeziehung. Nachdem Elisabeth (Jones) versucht hat, ihren Kummer zunächst mit viel Gezeter, später mit noch mehr Blaubeerkuchen und Jude Law zu heilen, steht sie eines Abends mit gepackten Koffern im Schatten einer Laterne, um einen letzten, sehnsuchtsvollen Blick hinauf in die Wohnung ihres Verflossenen zu werfen. Während sich dieser bereits mit einer neuen Freundin vergnügt, fragt sich Elisabeth, wie man sich von einem Menschen für immer verabschieden soll, ohne den man nicht leben zu können glaubt.


