Natürlich hat jeder von uns eine Vorstellung davon, wie schwierig es ist, ein Feuer ohne Streichhölzer anzuzünden oder einen Fisch mit bloßen Händen zu fangen. Daher ist Cast Away auch kein Abenteuerfilm im eigentlichen Sinne, sondern ein Schauspielerfilm, der von seinem Darsteller lebt.
Das Abenteuer liegt darin, ihn bei seiner Entwicklung vom vielbeschäftigten Großstädter zum isolierten Insulaner zu begleiten. Man nimmt an seiner wachsenden Einsamkeit teil und sieht, wie die Hoffnung, die ja bekanntlich immer als letztes stirbt, wieder und wieder über die Verzweiflung siegt, die sich drückend wie tropische Gewitterluft über Chuck Nolan legt.
Und diese Palette menschlicher Emotionen muss der Zuschauer allein im Allerweltsgesicht von Tom Hanks lesen. Denn außer der Gespräche mit Wilson, einem Basketball und zugleich einzigem Ansprechpartner, ist Cast Away fast ein moderner Stummfilm. Ein riskantes Vorhaben, welches leicht langweilig und langatmig hätte wirken können, aber letztendlich einmal mehr die Hochkarätigkeit Hanks unterstreicht.
Der paradiesische Spielort mit seiner exotischen Umgebung bildet einen idealen Hintergrund für sein Agieren. Dennoch sind Geschichte und Umgebung austauschbar. Die Attraktion des Films ist die schauspielerische Glanzleistung, vor allen Dingen bei einem vorhersehbaren Ende, welches derart offen gehalten wird, dass sich jeder seiner eigenen Happy End-Illusion hingeben kann. Dennoch ist man gerne mit Chuck Nolan verschollen gewesen, wäre ihm aber ebenso gern auf den Mond oder per Zeitreise in prähistorische Sümpfe vor Entstehung der Menschheit gefolgt, nur um ihn spielen zu sehen.