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Rückblick Filmfestival Mannheim-Heidelberg: Sabado - Ein Hochzeitsvideo
In Echtzeit drehte der erst 24jährige Matias Bize aus Chile diesen gewagt- experimentellen "Einakter". Wir beginnen bei Blanca, die bereits im Brautkleid vor dem Spiegel steht, als die vor Wut schnaubende Antonia auftaucht und ihr eröffnet, sie hätte mit ihrem Bräutigam in Spe geschlafen und sei obendrein schwanger. Sabado erzählt ohne einen einzigen Schnitt (!) in der realen Erzählzeit von 65 Minuten wie Blanca ihren Verlobten zur Rede stellt, mit Brautkleid in einen Spirituosenladen stampft und versucht, ihren besten Freund aus Frust zu verführen. Allein die Idee, das Wagnis, ohne penibel ausgefeiltes Drehbuch und einen Drehort, der wie sonst üblich wie Fort Knox abgeschottet ist, verdient Anerkennung. Bize schafft es aber zusätzlich, eine witzige Komödie mit Authentizität zu schaffen. Die Konfrontation zwischen Blanca und dem überführten Seitenspringer ist das Highlight in Sabado. Er eilt mit einem Handtuch um die Hüften seiner Braut auf die Straße nach, um sie um Verzeihung anzuflehen bevor er sich mit dämlich-darwinistischen Statements immer tiefer reinreitet (Wir haben Millionen von Spermien - ihr aber nur ein Ei!). Nachdem man Blanca als Braut gesehen hat, versteht man warum Uma in der gleichen Rolle zur Amok laufenden Rächerin wird. Und dann wäre da noch der stille Junge mit der Kamera. Alle, denen Blanca unterwegs begegnet, fragen skeptisch "Warum ist der eigentlich hier?" und auch sie weiß es nicht so genau. Wir hingegen freuen uns, daß er ihr dennoch so beharrlich folgt! Maxi Braun COPYRIGHT (c) 2002-2008 film-sprache.de - www.film-sprache.de - Sitemap |
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