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Mitchellville von John D. Harkrider

Handlungsfäden mit Spliss

Mitchellville - Film, DVD, Video - online bestellen Wenn man einen Regisseur und Hauptdarsteller in Personalunion enthusiastisch auf die Bühne springen sieht, um seinen Film vorzustellen, möchte man diesen lieben, komme was wolle. Leider funktioniert das im Fall von Mitchellville von John D. Harkrider nicht recht.

Nur ganz allmählich kommt der kryptische Thriller in Fahrt. Gabriel Williamson ist ein erfolgreicher Anwalt, der schon mal bis spät in die Nacht im einsamen Büro seiner Spitzenkanzlei ackert, während seine Frau sich daheim alleingelassen fühlt - und das am Hochzeitstag.

Von dieser Doppelbelastung, seiner Ehe und seinem stressigen Job, erzählt Gabriel (Harkrider) während seiner Sitzungen bei einem Analytiker, die die Rahmenhandlung von Mitchellville bilden.

Kontakt - Sergej Stanojkovski

Eine sachliche Romanze

Nach dem schwermütigen und kritischen Littoral im vergangenen Jahr eröffnete in diesem Jahr ein Liebesfilm das diesjährige Festival. Doch es wäre nicht Mannheim-Heidelberg, wenn man die Zuschauer mit einer gewöhnlichen Romanze zu ködern suchte.

Genosse Studienrat Pedersen / Gymnaslaerer Pedersen

Gymnaslaerer Pedersen / Genosse Studienrat In der Retrospektive erzählt Geschichtslehrer Pedersen (Kristoffer Joner, der aussieht wie die skandinavische Variante von Kevin Bacon) seinen gelangweilten Pennälern von einer Zeit, als sein Mittelscheitel bedenklich verrutschte, der Kalte Krieg noch ein heißes Eisen war und die kommunistische Weltrevolution für alle Revoluzzer zum Greifen nah schien.

Nuit noire / Die schwarze Nacht - Olivier Smolders

Die Jungfräulichkeit des Kinogängers in der Schwarzen Nacht

Nuit noire / Die schwarze Nacht - Film, DVD, Video - online bestellen Als die Gebrüder Lumière 1895 ihren Cinématographe erstmals vorführten, zeigten sie selbstgedrehte Kurzfilme von Arbeitern, die eine Fabrik verlassen. Gute 110 Jahre Filmgeschichte sind seither vergangen und längst haben wir alle unsere cineastische Unschuld verloren. In Zeiten von Morphing und digitalen Darstellern gibt es fast nichts mehr, was uns zu erstaunen oder gar zu verzaubern vermag. Alles scheinen wir irgendwie schon mal irgendwo zuvor gesehen zu haben. So ist auch Nuit Noire (Die Schwarze Nacht) des belgischen Regisseurs Olivier Smolders ein Mosaik, welches aus der Fülle der mannigfaltigen Kinogeschichte schöpft.

Chile 672 / In der Chilestraße Hausnummer 672

Chile 672 / In der Chilestraße Hausnummer 672 Wer La Comunidad von Alex de la Iglesia gesehen hat, weiß: es kann immer noch schlimmer kommen. Wer die nette Mietsmischpoke in der Chilestraße Hausnummer 672 kennen lernt, weiß mehr, denn sobald es schlimmer geworden ist, setzt das Schicksal noch einen ordentlichen Schlag drauf. Hier braucht es keinen Koffer voller Geld, um das Böse aus den menschlichen Abgründen hervorzulocken.

Jogo Subterraneo / Spiel in der U-Bahn / Underground Game

Jogo Subterraneo / Spiel in der U-Bahn Eine brasilianische U-Bahn. Ein Mann. Eine Frau. Er bemerkt sie, ihr Gesicht, ihre Lippen, die Art, wie sie ihren Blick senkt. Sie muss es sein. Er folgt ihr in die Anonymität der urbanen Unterwelt, durch das Labyrinth von Rolltreppen und Ticketautomaten, er darf sie nicht verlieren. Dann nimmt sie die falsche Abzweigung und er lässt sie in der Masse von Pendlern verschwinden.

Gymnaslaerer Pedersen / Genosse Studienrat

Gymnaslaerer Pedersen / Genosse Studienrat In der Retrospektive erzählt Geschichtslehrer Pedersen (Kristoffer Joner, der aussieht wie die skandinavische Variante von Kevin Bacon) seinen gelangweilten Pennälern von einer Zeit, als sein Mittelscheitel bedenklich verrutschte, der Kalte Krieg noch ein heißes Eisen war und die kommunistische Weltrevolution für alle Revoluzzer zum Greifen nah schien.

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Ein bisschen spröde und knarzig ist er schon, der Humor aus dem Baltikum. Vielleicht liegt das an der geographischen wie auch der historischen Nähe zu Finnland, in dem die Kaurismakis ihre pure Lakonie großzügig auf die Leinwände streichen. Ein weiteres Merkmal, was Litauer und Finnen zu verbinden scheint, ist die Einstellung, dass in der schlimmsten Tragödie noch der größte Witz versteckt ist. Was könnte trauriger sein, als das Ende einer Liebe?

Lucid / Eine merkwürdige Gesellschaft - Sean Garrity

Lucid / Eine merkwürdige Gesellschaft Einen lichten Moment hatte Joel (Jonas Chernick) schon lange nicht mehr, eher gleicht sein Balanceakt zwischen Arbeit und Privatleben mehr und mehr einem Albtraum. Aus diesem schreckt er immer wieder in einer Realität auf, in der ihn seine Frau in flagranti erwischt und prompt verlassen hat. Nun kämpft er sich als alleinerziehender Vater durchs Leben.

Wir werden uns wiedersehen - Oliver Paulus

Die an Hornbrille und Cordjackett erkennbare, just aus dem Hotelbett gekippte Filmjournaille dürfte nicht wenig überrascht gewesen sein, als sie sich am ersten Sonntag des Festivals vorsehen musste, auf dem roten Teppich nicht von einem Rollstuhl überfahren zu werden. Anlässlich der Premiere des neuen Films der bereits zuvor in Mannheim umtriebigen Regisseure Oliver Paulus und Stefan Hillebrand war die erste Etage durch das Ensemble ihres in einem lokalen Altersheim spielenden Films besetzt.

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